Entlang der historischen Römerstraße „Via Claudia Augusta“ führte im Jahr 2005 der Weg eines erstmalig veranstalteten Europäischen Orgelfestivals und brachte in über 50 Konzerten hochrangiger Interpreten eine Region zum Erklingen, deren landschaftlicher und kultureller Reiz seit Jahrhunderten zahlreichen Künstlern als unerschöpfl iche Inspirationsquelle diente.
Ausgehend von Landsberg und Augsburg wurde nach zehn Wochen Dauer das Festival in der Lagunenstadt Venedig mit einer Konzertwoche beendet. Mit über 10.000 Zuhörern verbuchte dieses Europäische Orgelfestival einen überwältigenden Erfolg. Das EuroVia Festival „Wege nach Rom“ koordinierte und organisierte im Jahr 2008 Orgel- und Orgel-Plus-Konzerte in zehn europäischen Nationen. Es begann Anfang Juni in Bayern und zog dann durch viele europäische Metropolen. TeilnehmendeStädte, alle auf unterschiedliche Weise prägend für die europäische Geschichte, waren u.a. San Sebastián, Porto, Paris, Toulouse, München, London, Kopenhagen, Danzig, Linz/St. Florian, Venedig und Palermo.

Seinen Höhepunkt fand das EuroVia Festival 2008 dann in Rom, wo beim „Festival Organistico Romano“ im November Organisatoren, Künstler und Publikum sich zu einem regen gedanklichen und musikalischen Austausch einfanden.

Ein Anliegen des EuroVia Festivals ist es, neben Auftritten längst etablierter Stars der internationalen Orgelszene sowie hochkarätigen internationalen Instrumentalensembles auch die Begegnung mit vielversprechenden Nachwuchstalenten zu ermöglichen. Auftakt und Vorbote war bereits 2007 der 2. Orgelinterpretations-wettbewerb „Orgelstadt Landsberg“, dessen 1. Preisträger bei „Wege nach Rom“ mit von der Partie war.

Dem gegenseitigen Austausch europäischer Elitestudenten verschiedener Musikhochschulen
will das Festival ein Podium bieten, um die stilistischen Eigenarten der unterschiedlichen Orgelkulturen der europäischen Regionen näher kennen zu lernen. Es ermöglicht dem Nachwuchs darüber hinaus intensive Begegnungen mit der Weltelite der Organisten.

Seit jeher hat Musik ihre Wirkung über Sprach- und Ländergrenzen hinweg entfaltet, die Herzen der Menschen erreicht und zu Frieden und Verständigung beigetragen. Die Kirche ist eine der Institutionen, die über Jahrhunderte eine hochkarätige Musikkultur entwickelt haben. Die Orgel ist seit über tausend Jahren zunächst einmal das genuine Instrument der Kirchen. Darüber hinaus werden im Rahmen von EuroVia Festival Initiativen gestartet, die Orgel als solistisches Konzertsaalinstrument, das in der Vergangenheit zunehmend in einen Dornröschenschlaf versunken ist, wieder zu neuem Leben zu erwecken.

Die Verknüpfung alter europäischer Pilgerwege, an denen kunsthistorisch bedeutende Kirchen mit hochwertigen Instrumenten stehen, mit dem Erlebnispotential eines „wandernden“ Musikfestivals, bewirkt einen regen interkulturellen Austausch von Künstlern, Organisatoren und Zuhörern – ein weiterer Mosaikstein bei der Überwindung europäischer Grenzen! Nach dem großen Erfolg 2008 fand das EuroVia Festival in 2009 seine Fortsetzung, erweitert durch etliche Länder, Konzertstätten sowie teilnehmende Organisten. Für 2011 laufen bereits die Planungen für EuroVia Festival „von Rom nach Santiago“, das in den bedeutenden Kathedralen (u.a. Markusdom, Sagrada Familia) entlang den historischen Pilgerwegen durchgeführt wird. Mein herzlicher Dank geht an alle Organisatoren und Künstler, die sich der Idee eines großen europäischen Festivals gegenüber aufgeschlossen gezeigt und in einer intensiven, zweijährigen Vorbereitungsphase erst ermöglicht haben.

Johannes Skudlik
Künstlerischer Leiter
www.johannesskudlik.de

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Preview 2011 - 2012